IOTA Digital Assets - Tokenisierung von Vermögenswerten

Was sind Digital Assets?

IOTA Digital Assets auch Colored Coins genannt sind zweckgebundene Token, die Vermögenswerte aus der realen Welt, auf Basis von IOTA (on Top), auf dem Tangle manipulationssicher darstellen können, mit ihnen könnte man beispielsweise etwas einlösen oder Eigentumsverhältnisse regeln. Im Grunde bleiben es "normale" IOTA-Token, aber in einem bestimmten Kontext bzw. in einer speziell erstellten App können sie verschiedene Dinge bedeuten und haben ggf. auch einen höheren Wert als der normale IOTA-Token. Für ein besseres Verständnis kann man sich dies auch, wie eine Art Label vorstellen, der dem Token beim Versenden aufgeklebt wird und diesen als speziellen Token ausweist, der reguläre IOTA-Token wird nur als Träger verwendet. Umgangssprachlich hat sich in der Kryptoszene auch der Begriff Colored Coin (dt. eingefärbter Coin) als Bezeichnung etabliert.

IOTA Colored Coins können nur auf Werte-Objekte aufsetzen (kleinste Einheit = 1i), da man Message-Objekte (0-Wert) nicht besitzen kann. Die "Farbe" ist einfach ein Array von 32 Bytes und standardmäßig haben Token eine Farbe vom Typ "IOTA", bei der alle 32 Bytes Null sind. Um eine neue Farbe zu erstellen, muss der spezielle Farbtyp "New" in einer Transaktionsausgabe angegeben werden, wobei jedes Byte im Farbarray auf 255 gesetzt wird. Dadurch wird GoShimmer angewiesen, den spezifischen Saldo an der spezifischen Adresse des gegebenen Ausgangs mit dem Hash der Transaktion, die den Ausgang erzeugt, einzufärben. Neue Farben entsprechen also einfach dem Transaktions-Hash der Transaktion, die die Ausgabe erzeugt, somit ist die Farbe (die besondere Bedeutung) eindeutig und nicht reproduzierbar.

Colored Coins erhöhen oder verringern niemals den festgelegten max. IOTA-Token-Supply, es obliegt den Händlern und anderen Systemen, den Colored Coins eine Bedeutung zu geben. Aufgrund der Art und Weise, wie die Einfärbung funktioniert, kann jeder Besitzer von Colored Coins die zirkulierende Menge der spezifischen eingefärbten Coins "schrumpfen", indem er einfach erneut Ausgaben mit dem speziellen Farbtyp "Neu" erstellt. Natürlich wirkt sich dies nur auf den tatsächlichen Besitzer der Colored Coins aus, aber es ist etwas, das man im Hinterkopf behalten sollte, wenn man ein System/App um Colored Coins herum entwickelt.

 

 

Schlüsselfaktoren

  • Die Erschaffung von Colored Coins wird mit einer "einmaligen" Transaktion (Genesis- oder Präge-Transaktion) über die Firefly-Wallet vollzogen
  • Durch diese Präge-Transaktion wird GoShimmer angewiesen, alle Token in dieser Transaktion mit dem Hash der Transaktion, die den Ausgang erzeugt, einzufärben. Neue Farben entsprechen also einfach dem Transaktions-Hash der Transaktion, die die Ausgabe erzeugt, somit ist die Farbe (die besondere Bedeutung) eindeutig und nicht reproduzierbar.
  • Die Bezeichnung des Colored Coin (Bsp. MoonCoin) kann frei gewählt werden. 
  • Die Menge der erstellten Colored Coins kann im Nachhinein nicht durch weiteren Ausgaben erhöht werden, dies wäre nur über einen Smart-Contract möglich, welcher neue Colored Coins erstellt, die neue Anzahl auf den Adressen kalkuliert und die alten gegen die neuen Colored Coins austauscht.  
  • Mit einer erneuten spezifizierten Ausgabe-Transaktion können die ursprünglich erstellten Colored Coins überschrieben oder gelöscht (original IOTA) werden. 
  • Colored Coins haben keine Verbindung zur Person, die den Colored-Coin erstellt (geprägt) hat. Derjenige der Zugriff (Seed) hat, kann diese Colored Coins überschreiben oder sie in den ursprünglichen Zustand zurückversetzen. 
  • Colored Coins sind Anwendungsspezifisch, dies bedeutet, um Colored Coins als solche zu erkennen, muss der Anwendung das verwendete Colored Coin Wert-Objekt mit der zusätzlichen Color-ID bekannt sein, ansonsten wird ein normaler IOTA-Token aka 1i erkannt. Bsp.: Nehmen wir mal an, in dem Computerspiel XY  wird ein Colored Coin basierender "Gold-Token" für das Kaufen von Items verwendet, dieser verwendete "Gold-Token" wird nur von diesem Spiel als solcher erkannt, für alle anderen Anwendungen/Wallets würde es ein normaler Iota-Token aka 1i bleiben.
  • Für eine automatische Erkennung aller Colored Coins könnte in Zukunft eine Datenbank erstellt werden, in welcher alle Colored Coins mit Verwendungszweck etc. registrieren werden können.
  • Aufgrund der Spieltheorie rund um Mana, wird ein einzelner Colored Coin (mit ggf. einem höheren Vermögenswert) nicht mit dem regulären IOTA-Token für einen Werte-Transfer konkurrieren können. Ein Colored Coin wird im Netzwerk (mit 1i Wert) zu wenig Mana erzeugen, egal welches Asset mit ihm abgebildet wird, durch die Mana regulierte Transaktionsrate und der Mindest-Mana-Anforderung der Nodes für Transaktionen wird ein reger Handel ohne zusätzliches Mana mit Colored Coins verhindert, ein Colored Coin eignet sich daher nicht für einen Ersatz des regulären IOTA-Token für den Wert-Transfer.
  • Die Dust-Protection gilt auch bei Colored Coins, es gilt ein Mindestbetrag von 1 Mi auf einer Adresse (können auch reguläre IOTA-Token sein).

 


Anwendungsfälle

Die folgenden Abschnitte beschreiben einige, aber bei weitem nicht alle möglichen Anwendungsfälle von IOTA Colored Coins. Es wird an der Community und der Industrie liegen, weitere innovative Wege zu finden, um die neuen Funktionen des Protokolls zu nutzen.


Utility Token

Ein Utility Token bietet seinem Besitzer einen Nutzen, indem er ihm den Zugang zu Gütern, Dienstleistungen oder Produkten durch die Verwendung eines Tokens ermöglicht. Ein papierbasiertes Konzertticket, Geschenkkarten, die man in einem Café sammelt, oder eine Monatskarte für öffentliche Verkehrsmittel sind alles Beispiele für Token. Mit ihnen kann man nachweisen, dass man tatsächlich das Recht hat, seine Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Colored Coins können die gleiche Funktionalität in einer sicheren, digitalen Welt mit zusätzlichen Vorteilen bieten:

  • Token können nicht gefälscht werden.
  • Token werden in der digitalen Brieftasche des Benutzers gehalten, der IOTA Tangle bietet einen dezentralen Verwaltungsrahmen, um Token zu verteilen, zu übertragen und zu verwalten.
  • Jeder kann Token auf eine erlaubnisfreie Art und Weise erstellen, übertragen oder halten.
  • Colored Coins erben die gebührenfreie Natur von IOTA, das Übertragen einer Colored Coins hat keine Kosten.
  • Emittenten müssen die Kosten für den Erwerb der zu färbenden IOTA-Token tragen. Bei einem aktuellen Marktpreis von 1,30 $ für MIOTA (17.02.2021) muss ein Emittent 1,30 $ ausgeben, um IOTA-Münzen zu kaufen, um 1 Million farbige Münzen zu prägen.
  • Utility-Tokens können in reguläre IOTA-Tokens umgewandelt werden. Dies ist auf 2 Arten von Vorteil:
  • Sobald Benutzer die Utility-Token gegen einen Dienst eintauschen, kann der Dienstanbieter die Token leicht in IOTA umwandeln oder sie neu einfärben, um sie für einen anderen Dienst zu verwenden.
  • Benutzer, die die Utility-Token halten, können sie auch jederzeit in IOTA umwandeln, obwohl dies nur dann ein rationales Verhalten ist, wenn der Nennwert der Utility-Token in IOTA höher ist, als der Dienst, für den sie eingelöst werden können.
  • Utility Token können leicht in die Firefly Wallet integriert werden.
  • Der Emittent kann die Verteilung, die Nutzung und das verfügbare Angebot des Utility-Tokens leicht überwachen, indem er den IOTA Tangle untersucht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Utility Token auf IOTA eine sichere, bequeme und günstige Möglichkeit bieten, Dienstleistungen zu verkaufen, Treueprogramme zu organisieren und papierbasierte Tokensysteme zu digitalisieren.


 

Security Token

Security Token beziehen sich auf digitale Token, die finanzielle Vermögenswerte darstellen, die unter die Kategorie der Wertpapiere fallen. Es handelt sich dabei um handelbare Finanzinstrumente, die stark reguliert sind, wobei die Bedingungen je nach Land des Emittenten variieren.

Es gibt ein riesiges Potenzial in der Branche der Security Token, da sie die Mängel der traditionellen Wertpapiere beheben:

  • Die Einhaltung von Vorschriften (KYC, AML, etc.) kann durch das zugrunde liegende Protokoll durchgesetzt werden.
  • Sowohl Aufsichtsbehörden als auch Emittenten haben Echtzeitdaten darüber, wie Wertpapiere auf dem Markt zugeteilt und gehandelt werden.
  • Traditionell illiquide Vermögenswerte wie Immobilien oder Kunst können tokenisiert werden, was eine bessere Preisfindung, Bruchteilseigentum und mehr Liquidität ermöglicht.
  • Die Kosten für die Verwaltung von Wertpapieren sinken drastisch, da das Protokoll als Verwaltungsinstanz fungieren kann.
  • Ein Security Token kann rund um die Uhr auf Sekundärmärkten gehandelt werden.
  • Security Token können die Eintrittsbarrieren für kleinere oder Kleinanleger senken.

Es ist wichtig zu beachten, dass ein Security Token selbst nur ein Anspruch auf das zugrundeliegende Wertpapier ist, es ist nicht der Vermögenswert selbst.


Eine der größten technologischen Herausforderungen von Security-Token-Frameworks, die auf Distributed Ledger aufbauen, ist die Frage, wie die Einhaltung von Vorschriften durchgesetzt werden kann. Smart-Contract-Plattformen sind gut geeignet, dieses Problem zu lösen, indem sie autonome Agenten (Smart Contracts) auf der Basisschicht einsetzen, um den Lebenszyklus von Security Token zu verwalten.

IOTA hat seine Smart-Contract-Lösung (ISCP) auf dem 2-Layer, da die Basisschicht des IOTA-Protokolls leichtgewichtig genug bleiben muss, um den Bedürfnissen der Maschinenwirtschaft gerecht zu werden. ISCP eignet sich für eine fortgeschrittene Security-Tokenisierung, bei der alle Eigenschaften eines Security-Tokens durch den Smart Contract selbst programmiert und durchgesetzt werden können. Ein Emittent kann das Angebot kontrollieren, den Handel regulieren oder sogar Transaktionen rückgängig machen, wenn es das Gesetz verlangt. Natürlich ist dies auf dem 1-Layer nicht möglich, da es dem Protokoll zu viel Komplexität hinzufügen würde.

Es gibt jedoch eine andere Möglichkeit, eine gesetzeskonforme Security Tokenisierung auf Layer 1 durchzuführen, mit Hilfe von Coloured Coins. Ein Emittent könnte Security Token als Coloured Coins prägen und an Mehrparteien-Signaturadressen verteilen.

  • Um Gelder freizugeben, müssen sowohl der Emittent als auch der Benutzer die Transaktion signieren.
  • Überweisungen an Adressen, die nicht verifiziert sind, würden die Signatur des Emittenten nicht erfassen.
  • Der Emittent kann den Handel stoppen und Compliance-Regeln durchsetzen, da er die verifizierten Identitäten der Benutzer kennt.
  • Die Security Tokens werden weiterhin in einer sicheren, dezentralen und gebührenfreien Infrastruktur, dem IOTA Tangle, verwaltet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Colored Coins die Möglichkeit zur Security Tokensisierung auf der Basisschicht mit vertrauenswürdigen Emittentenplattformen bieten, aber auch Lösungen auf Layer 2 wie ISCP ermöglichen, die als autonome Agenten vollwertige, anpassbare, sich selbst erzwingende Regeln implementieren.


 

Non-fungible Token

Digitale Token können in zwei Kategorien eingeteilt werden, basierend auf ihrer Art der Fungibilität:

  • Fungible Token sind mit anderen Token desselben Typs austauschbar, da sie denselben Wert darstellen. Bargeld oder IOTA ist fungibel, da ein $10-Schein gegen zwei $5-Scheine getauscht werden kann, und 10 MIOTA entsprechen 5 MIOTA + 5 MIOTA.
  • Non-fungible Token hingegen sind nicht austauschbar, da jeder Token einzigartige Eigenschaften hat, die ihm seinen Wert verleihen.


Ein Non-fungible Token (NFT) kann ein Kunstwerk, ein Sammlerstück oder eine Sonderedition darstellen. Es ist im Wesentlichen ein digitales Eigentumsrecht, das gehandelt werden kann. Einige spannende Anwendungsfälle sind:

  • Krypto-Sammlerstücke wie Krypto-Kätzchen, Fantasy-Football-Liga-Karten, etc.
  • In-Game-Gegenstände, die auf Sekundärmärkten gehandelt werden können.
  • Digitale Kunstwerke, die im Ledger aufgezeichnet werden.
  • NFTs können auch als Sicherheiten im dezentralen Finanzwesen verwendet werden.
  • Event-Tickets: NFTs können einen großen Mehrwert bieten und herkömmliches Ticketing auf intelligentes Ticketing umstellen. Als NFTs sind Smart-Tickets überprüfbar, interoperabel und haben ein klares Eigentum, daher sind auch transparente Sekundärmärkte möglich, ohne dass der Käufer Angst vor Betrug haben muss. Wenn das Weiterverkaufen eines Tickets strengstens verboten ist (Bsp.: personalisierte Tickets), kann der Veranstalter dies ohne Probleme durchsetzen, NFTs können im Computercode nicht übertragbar gemacht werden und verhindern die Übertragung von Tickets. Zudem können Ticketunternehmen einiges an Kosten einsparen, denn die Kosten für die Prägung von Smart-Tickets sind vernachlässigbar, insbesondere im Vergleich zur herkömmlichen Ticketing-Infrastruktur. Richtig strukturiert könnten Hunderte oder sogar Tausende von NFTs (Smart Tickets) für weniger als ein paar Euro erstellt werden. Ein weiterer Aspekt der NFT basierten Smart-Tickets ist, nachdem es bei einer Veranstaltung eingelöst wurde, stirbt das Ticket nicht, es lebt in der Wallet des Benutzers weiter und kann ggf. gesammelt, getauscht oder sonst was werden.


Die Unterstützung von Colored Coins im IOTA-Protokoll würde endlich die Möglichkeit bieten, NFTs auf dem Basis-Layer zu erstellen. Eine Farbe ist eine global eindeutige Eigenschaft eines geprägten Tokens, wenn also nur ein Token mit dieser bestimmten Farbe geprägt wird, wird er zu einer NFT. Natürlich ist sie fungibel in dem Sinne, dass sie ungefärbt und als normale IOTA-Token verwendet werden kann, aber es kann kein andere Coin mit der gleichen Farbe erstellt werden, also ist sie eine echte NFT, bis der Besitzer beschließt, sie zu zerstören.

Ein NFT kann auch als ein "globaler Identitäts-Token" angesehen werden, der mit Daten verbunden sein kann. Durch das Anhängen von Metadaten an die Übertragungen der NFT auf Basis-Layer kann eine nicht forkbare (nicht kopierbare) Kette von Datenzuständen aufgebaut werden. Daher ist sie perfekt für Anwendungsfälle wie Access, Streams oder DID geeignet.


Die nicht fälschbare Eigenschaft eines einzigen Colored Coin auf dem Basis-Layer ist Voraussetzung für das IOTA-Smart-Contract-Protokoll (ISCP) auf dem 2-Layer:

  • Eine Smart Contract Chain könnte durch das Konto identifiziert werden, das die eindeutige NFT der Vertragskette hält. Sie wird beim Einsatz der Chain geprägt und kann zerstört werden, wenn die Chain stirbt.
  • Smart Contracts benötigen eine Möglichkeit, (Benutzer-)Anfragen auf dem Basis-Layer automatisch zu verarbeiten. Eine Smart Contract Chain muss über eine Möglichkeit verfügen, die aktuell anstehenden und abgeschlossenen Anfragen zu verwalten. Das ist das, was wir den Backlog der Smart Contract Chain nennen. Die Idee ist, für jede Anfrage eine eindeutige Colored Coin zu prägen und diese auf das Konto der Contract-Chain zu überweisen. Nach Abschluss der Anfrage kann ihre NFT mit der Statusankertransaktion, die die Anfrage abgerechnet hat, zerstört werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Colored Coin, die als NFT verwendet wird, nur eine einzige Eigenschaft hat: ihre Farbe. Daher werden fortgeschrittene Anwendungsfälle, bei denen eine Vielzahl einzigartiger Eigenschaften mit einem einzigen Token verknüpft werden müssen, nicht auf Basis-Layer, sondern über ISCP auf dem 2-Layer unterstützt. Wenn die NFT jedoch ein Eigentumsrecht repräsentiert, könnten die ursprünglichen Attribute der Eigenschaft immer noch außerhalb des Tangle gespeichert werden, in einer Distributed Registry oder in einem Registry Smart Contract.



 

Colored Coins sind mehr als nur Tokenisieren

IOTA Digital Assets sind mehr als nur eine Konkurrenz zu den ERC-20-Token und die Möglichkeit, Dinge im IOTA Protokoll zu tokenisieren, sie sind viel wichtiger, weil sie einen "Konsens über Daten" ermöglichen.

Durch die Schaffung eines einzigen, einzigartigen Digital Assets, welches Sie immer und immer wieder für sich selbst ausgeben können, können Sie eine Kette von Ausgaben schaffen, die durch Konsens abgesichert ist. Wenn Sie Daten mit diesen Ausgaben einreichen, wird jeder im Netzwerk nicht nur der Reihenfolge der veröffentlichten Daten zustimmen, sondern sich sogar darauf einigen, welche Daten verwendet werden sollen, wenn widersprüchliche Informationen veröffentlicht werden. Dies ist für verschiedene Anwendungsfälle jenseits der Tokenisierung unglaublich wichtig.

IOTA Smart Contracts werden diese Fähigkeit stark nutzen, um "private, nicht fälschbare Blockchains" zu bauen, die nur vom Besitzer des Digital Assets aktualisiert werden können. Smart Contracts sind aber auch nur ein Beispiel für eine Vielzahl von Anwendungsfällen, die einen Konsens über Daten und deren Reihenfolge erfordern, es gibt noch viele weitere, beispielsweise Oracle, digitale Zwillinge oder das DID-Protokoll.

 



Hinweise, Probleme, Risiken, Regulierung

  • Die Dust protection bezieht sich auf die Verhinderung einer unnötigen Vergrößerung der Ledger-Datenbank durch Aufteilung von Geldern in mehrere, kleinere Ausgaben. In Chrysalis Phase 2 wurde ein neuer Dust protection Mechanismus eingeführt, der auf Protokollebene definiert, wann solche kleinen Ausgaben akzeptiert werden können. Die Dust protection ändert sich nicht mit der Einführung von Colored Coins, ein SigLockedColoredOutput gilt als Dust, wenn er einen Betrag hat, der kleiner ist, als 1 Mi ist.
  • Obwohl ein Colored Coin bei der Übertragung nach den gleichen Regeln wie der normale Token abgesichert wird, unterscheiden sich Colored Coins deutlich von gewöhnlichem Token, da sie reale physische Vermögenswerte und finanzielle Verpflichtungen darstellen.  
  • Jedes Digital Asset das von einer Person oder Organisation ausgegeben wird, stellt ein zusätzliches Risiko dar. Es wird immer die Möglichkeit bestehen, dass der Herausgeber des Digital Asset die innewohnende Verpflichtung nicht erfüllt. Es besteht sogar die Gefahr, dass sie überhaupt nichts Reales darstellen und völlig betrügerisch sind. 
  • Aufgrund dieser Risiken werden zwangsläufig Vorschriften und Regulierungen  erforderlich sein, um das Potenzial dieser Technologie voll ausschöpfen zu können. In der Bundesrepublik Deutschland sind bereits entsprechende Gesetzesänderungen seit Ende 2019 auf den Weg gebracht worden. Mit diesen Gesetzentwürfen werden Token-Assets zu Finanzinstrumenten und werden der Finanzmarktregulierung unterliegen. Auch die BaFin hat sich bei dem Thema bereits positioniert.

 

 

 

Schlussfolgerung

Die Anwender müssen IOTA-Token kaufen, wenn sie Digital Assets auf dem Tangle verwenden wollen, die Einführung von Digital Assets wird eine Verknappung des Angebots an regulären IOTA-Tokens mit sich bringen und als Folge die Nachfrage des IOTA-Token erhöhen.

Beispielsweise würde ein ICO auf IOTA den aktuellen IOTA-Token Bestand verringern, im Gegensatz zu einem ICO auf Ethereum, wo ERC20 Token aus der Luft erschaffen werden.

Während IOTA Token überall im Tangle verwendet werden, können Digital Assets nur dort verwendet werden, wo sie auch durch eine spezielle App erkannt und angenommen werden. Normale Nodes und Wallets werden keine Digital Assets erkennen. 

Durch die Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten stärken Digital Assets das IOTA Ökosystem, meiner Meinung nach werden in Zukunft nur Coins/Token überleben, die ein starkes eigenes Ökosystem besitzen und eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten der Nutzung anbieten. Je größer und umfangreicher das Ökosystem, desto häufiger die Nutzung des Tokens, desto knapper das Angebot und desto höher der Preis.

Ich bin gespannt, welche Anwendungsfälle wir in Zukunft sehen werden.

 

 

 

Zuletzt bearbeitet 12.04.2021