Marktplätze

Daten werden seit einiger Zeit als das neue Öl der digitalen Welt bezeichnet. Unternehmen wie Facebook, Google oder Amazon verdienen einen großen Teil ihrer Einnahmen mit unseren Nutzerdaten, indem Sie diese, in Werbeprofilen sammeln und an die verschiedensten Werbeunternehmen verkaufen oder uns gezielt, anhand unseres Surfverhaltens, mit auf uns zugeschnittener Werbung direkt malträtieren. Aber nicht nur unsere gesammelten Surfdaten sind viel wert, auch Sensor Daten wie Beispielsweise die gesammelten Temperaturen eines meteorologischen Instituts können etwas Wert sein oder diverse Datensätze die mittels eines sogenannten digitalen Zwillings erhoben werden können.

Zur Erklärung, ein digitaler Zwilling repräsentiert ein reales Objekt in der digitalen Welt. Sie beschreiben die Eigenschaften und das Verhalten der realen Objekte unter bestimmten Bedingungen und können über Sensoren in Echtzeit mit der realen Welt in Verbindung stehen. Bei den abgebildeten Objekten kann es sich um materielle oder immaterielle Objekte wie Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse handeln. Dank der Kopplung mit realen Daten, wie Umgebungsbedingungen oder Werkzeugpositionen innerhalb der Maschinen, erlauben die digitalen Zwillinge die Durchführung von diversen Analysen und Simulationen. Für die Digitalisierung von Produktionsprozessen stellen Simulations-, Analyse-, Produktions- und Entwicklungsprozesse mit digitalen Zwillingen die Basis dar. In der Industrie 4.0 werden die digitalen Zwillinge den kompletten Entwicklungs-, Produktions- und Betriebszyklus eines Produktes oder Services begleiten. Abläufe lassen sich dank virtueller Simulationsmodelle planen, optimieren und anpassen.

Ein Grundgedanke des IoT, ist der Austausch und Handel von solchen Datensätzen. Mit der „Maschine zu Maschine“ Kommunikation können Geräte die verschiedensten Daten autonom untereinander handeln, aber auch für den Menschen könnte es sehr interessant werden, direkt vom sensorischen Endverbraucher Daten zu erhalten, ohne den Weg über eine Drittanbieter Plattform gehen zu müssen. Das Erschaffen von Datenmarktplätzen ist eine unvermeidliche Konsequenz der IoT Revolution, es wird die Art und Weise, wie wir Daten verbinden, mit ihnen interagieren oder handeln grundlegend verändern.

Zudem sind derzeit diverse Daten meist auf die Kontrolle einiger weniger Instanzen beschränkt und für die breite Masse nicht verfügbar. Weil niemand Kenntnisse von diesen Datensätzen hat, geschweige denn Zugriff auf diese Daten hätte, gehen viele mögliche Erkenntnisse aus einer verpassten Analyse dieser Daten verloren. Ohne Zugriff auf diverse Daten kann auch nicht jeder, neue Anwendungsfälle entwickeln oder neue Geschäftsbereiche erschließen. Traditionelle Wertschöpfungsketten werden sich verändern und die Unternehmen zwingen, ihr Wettbewerbsverhalten innerhalb der Ökosysteme zu überdenken. Datenmarktplätze entstehen als Mittel zum Datenaustausch, zur Monetarisierung von Datenströmen und als Basis für neue intelligente Geschäftsmodelle.

Gerade in Zeiten, in denen Daten immer wichtiger werden, stellt IOTA mit ihrem Datenmarktplatz ein Gegenstück zum Status Quo dar. Der IOTA-Marktplatz ist ein dezentraler Datenmarkt, der darauf abzielt, Daten für jeden Entschädigungspartner zur Verfügung zu stellen, sie sind ein Mittel zur Schaffung und Erfassung von Werten in einer Umgebung, in der Sensoren und angeschlossene Geräte Daten direkt autonom untereinander in Echtzeit handeln. So können beispielsweise intelligente Stadtsensoren für den Austausch wertvoller Echtzeitdaten bezahlt werden oder physische Produktionsanlagen können nun geleast werden, so dass "Pay-per-Use"-Modelle die Smart-Sharing-Wirtschaft prägen und die Wertschöpfungsketten neu ordnen werden. Auch könnten unsere personenbezogenen Daten bald nur mit unserer proaktiven Zustimmung über unsere digitalen Zwillinge oder Systeme zur Verwaltung personenbezogener Daten abgerufen werden und ermöglichen radikal neue personalisierte und Echtzeit-Dienste. (Bsp. eHealth)

Darüber hinaus ermöglicht der Datenmarktplatz den sicheren Verkauf und Zugriff auf diese aktiven Datenströme. Als IOTA Datenmarktplatz-Benutzer werden Sie die Möglichkeit haben, MAM-verschlüsselte Daten (Masked-Authenticated-Messaging) zu kaufen oder zu verkaufen.

 

Proof of Concept und die zukünftige Weiterentwicklung

Die IF hat in der Vergangenheit bereits intern ein „Proof of Concept“ für einen Datenmarktplatz erstellt. Seit Beginn der PoC Entwicklung haben bereits eine Reihe proaktiver Branchenteilnehmer ihr Engagement schrittweise intensiviert und den technischen IF Teams wertvolles Feedback gegeben, damit die Entwicklung des IOTA-Datenmarktplatzes bis zum Serienprodukt beschleunigt werden kann.

Im Jahr 2017 hat die IF diesen PoC veröffentlicht (open-source) und bittet die Community und interessierte Unternehmen, bei der vollständigen Dezentralisierung aller Funktionen des Datenmarktplatzes zu helfen, um einen gemeinsamen Standard zu gestalten, der für alle funktioniert. Mit dem veröffentlichten PoC wurde bereits eine große Herausforderung gemeistert und die IF gibt damit den ersten Impuls für ein neues Geschäftsmodelldenken. Allen Teilnehmern wird mit dieser Plattform ein Ausgangspunkt für die Erforschung neuer IoT / M2M-Lösungen und Geschäftsmodelle für die "Wirtschaft der Dinge" und die Gestaltung eigener Datenmarktplätze bereitgestellt.

Quelle: blog.iota.org

Zukunftsausblick: Aufbau eines Ökosystems zur Förderung von Innovationen

Die IF wird weitere Co-Creation-Workshops, Webinare, Hackathons und Informationsveranstaltungen mit dem Themen Datenmarktplatz, MAM-Modul, Vertrauenswürdiges IoT, GDPR und personenbezogene Daten, Smart Energy und Smart Cities organisieren, um den angestoßenen Erforschungsprozess zu katalysieren. Externe Sichtweisen und Fähigkeiten sollen dabei helfen tragfähige Ideen für alle zu liefern. Beim Serverübergreifenden Datenaustausch können neue Modelle nur durch Ökosystem-Kooperationen entstehen, da die bestehenden Wertschöpfungsketten oft umgestaltet werden müssen. Es bedarf einer kooperativen Anstrengung aller Teilnehmer, um für beide Seiten eine vorteilhafte Geschäftsbeziehung zu ermöglichen. Dieser Co-Creationprozess konzentriert sich darauf, minimale lebensfähige Ökosysteme von Partnern um konkrete Anwendungsfälle herum zu schaffen. Der Schlüssel dazu ist der Aufbau von Vertrauen zwischen den Partnern und die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel.

Im Januar 2019 kamen zu einem Workshop nach Berlin bereits über 80 Teilnehmer aus vielen verschiedenen Branchen, darunter Mobilität, Energie, Landwirtschaft, Immobilien, eHealth, Smart Manufacturing, Supply Chain, Finanzdienstleistungen, Halbleiter, IT-Integratoren, Consulting, Universitäten und Industriecluster.

Fazit: IOTA-Datenmarktplätze mit all seinen zukunftsweisenden Möglichkeiten werden von vielen Unternehmen sehnsüchtig erwartet und auch für die IF ist es einer der wichtigsten Teilbereiche der sehr großen Vision für die autonome Wirtschaft der Zukunft.