Ist Volatilität bei IOTA ein Problem?

Die nachfolgenden Ausführungen stammen aus meinen eigenen Überlegungen und müssen nicht so eintreffen oder umgesetzt werden.


Zuerst müssen wir klären was Volatilität im Kryptomarkt überhaupt bedeutet.

Die Volatilität zeigt die Schwankungsintensität des Preises einer Währung innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, umso stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus. Volatilität wird immer relativ gemessen, eine Währung (Krypto oder Fiat) verhält sich volatil zu einer anderen Währung. So lässt sich beispielsweise der Außenhandelswert einer Kryptowährung bestimmen, dieser gibt an, wie viel FIAT-Geld man für seine Kryptowährung bekommt.

Das Handelsvolumen am Kryptomarkt ist derzeit noch sehr gering, daher ist auch die Volatilität sehr viel höher als beispielsweise am Devisenmarkt (Fiat Währungen), welcher ein weitaus größeres Volumen (ca. das 350-fache am Tagesumsatz) aufweist. Aber auch am Devisenmarkt gibt es mitunter hohe Volatilität, dies konnte man vor nicht allzu langer Zeit bei den Landeswährungen von Venezuela oder der Türkei beobachten.

 


Schauen wir uns das vermeintliche Problem der Volatilität des IOTA-Token an.

Viele Nutzer sehen ein Problem darin, dass wenn ich mir beispielsweise heute umgerechnet 50 Euro in IOTA-Token auf die Car-wallet lade, dass diese umgerechnet 50 Euro in drei Wochen beim Tanken nur noch einen Gegenwert von 30 Euro haben könnten, weil der Preis des IOTA-Token an den Börsen gegenüber dem Euro stark nachgegeben hat.

Würde der IOTA-Token als altes herkömmlichen Zahlungsmittel (Geld als Wertspeicher) genutzt, wäre das durchaus ein Problem, denn welcher Käufer möchte heute IOTA-Token ausgeben in der Annahme, dass die Kaufkraft nächste Woche um 30% höher liegt? Oder welcher Händler möchte heute IOTA-Token annehmen, wenn der Wert nächste Woche um 30% niedriger sein könnte?

Der IOTA-Token ist aber kein altes Geld, unsere Zivilisation hat das digitale Zeitalter betreten, zukünftig wird alles global miteinander vernetzt und die unterschiedlichsten Systeme werden eigene Wallets haben und sich damit gegenseitig in nahezu Echtzeit für Serviceleistungen bezahlen, Token werden autonom in dem Augenblick gekauft, indem sie benötigt werden. IOTA stellt bezüglich des Tokens, ein konkurrenzloses, offenes, gebührenfreies, nicht zentralisiertes und ultraschnelles Clearingsystem dar.

Dementsprechend werden die global vernetzten Systeme im Hintergrund verschiedene Werte wie Iota in Euro, USD oder Rubel konvertieren können. Für diesen Zweck  werden sich sicherlich Servicedienstleister (Bank, Börsen, etc.) finden, der dies gerne gegen eine geringe Gebühr tun. Dies könnte bereits mit der nächsten Wallet Generation ermöglicht werden, die neue Wallet wird eine Plattform die es Drittanbieter-Apps ermöglicht die unterschiedlichsten Dienstleistungen anzubieten. (Bsp. mit einer Ladesäule folgt)



Befreie deinen Geist

Mir persönlich fehlt bei einigen Leuten auch ein wenig die Fantasie für die sich ergebenen technischen Möglichkeiten und dem Einfallsreichtum findiger Unternehmer. Hier ein Beispiel: Wer sagt das eine Car.-, Maschinen.- oder Mobile Wallet dem Eigentümer des physischen Gegenstands gehören muss? Die Wallet könnte auch einem großen Anbieter (Finanzdienstleister wie Banken, Hersteller wie VW, Samsung, …) gehören, der alle Zahlvorgänge als Dienstleistungen anbietet und am Ende des Monats den Rechnungsbetrag als FIAT-Geld vom Bankkonto einzieht. Diese großen Dienstleister hätten zudem andere Möglichkeiten den Preis innerhalb des eigenen Kontos stabil zu halten, beispielsweise mittels hedgen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Smart-Contract der Zugriff auf einen eine Art Gelddepot (FIAT/Stable-Coin) hat und den Gegenwert in Euro oder einer anderen Währung auf der IOTA-Adresse permanent anhand des aktuellen Wechselkurses neu anpasst.

Die meisten technischen Vorgänge der Serviceanbieter werden zukünftig im Hintergrund ablaufen und der Kunde wird überhaupt nicht mitbekommen, welche unterschiedlichen technischen Transaktionen im Hintergrund mittels der IOTA Technologie ablaufen. Heute weiß ja auch niemand wie NFC an der Kasse funktioniert, es funktioniert halt. Nehmen wir das Beispiel der E-Ladesäule  und spinnen die Idee ein wenig weiter. Die Bezahlung an einer E-Ladesäule würde bei IOTA mittels IOTA-Streams ablaufen. Dazu wird zwischen dem Fahrzeug mit eingebauter Car-wallet und der E-Ladesäule ein privater IOTA-Stream Kanal eröffnet, um einen Datenstrom aufzubauen, jetzt wird pro Datenpunkt mit IOTA-Mikro-Transaktionen bezahlt und die Bezahlung stoppt, sobald kein Strom  mehr empfangen wird. Während des Ladevorgangs könnte das Fahrzeug über einen Serviceanbieter (z. B. Bank) in Echtzeit IOTA-Token kaufen, um damit direkt zu bezahlen. Die einzige Voraussetzung ist, dass die Car-Wallet und/oder die Ladesäule entweder direkt oder auch über einen Finanzdienstleister ad-hoc Zugang zu einer Börse haben, um ad-hoc Konvertierungen zu tätigen. Das könnte z.B. die Hausbank des Ladesäulenbetreibers sein, die sowieso die Fiat-Konten führt und wenn sich die Bank für diesen autonomen Konvertierungsauftrag eine kleine Marge einstreicht ist das vollkommen legitim. Der Kunde sieht nur den gezahlten Euro Betrag an der Ladesäule und in seinem Fahrzeug. (siehe Jaguar Display, KR= Norwegische Kronen)

Eine weitere Möglichkeit, ist das Digital Asset, dieses ist zweckgebunden und wären immun gegen Volatilität, wenn ich mir beispielsweise heute eine Digital Asset-Eintrittskarte für ein Konzert in drei Monaten kaufe, ist es völlig egal, welchen Wert der IOTA-Token in drei Monaten hat, die Karte wurde ja schon bezahlt, mit der Digital Asset-Eintrittskarte werde ich daher immer Zutritt zum Konzert bekommen.



 

Was könnte die Volatilität auch noch begrenzen?

Um das Volumen der Transaktionen zu erhöhen, muss das Ökosystem im Laufe der Zeit wachsen. Mit steigender Adoption der Technologie wird auch die Nachfrage und der Handel des Tokens stark steigen. Sobald sich Angebot und Nachfrage aus möglichst vielen Anwendungen einpendeln, wird sich auch die hohe Volatilität legen. Das wird aber noch einige Jahre dauern, in denen wir noch einige starke Wellenbewegungen beim Preis sehen werden.




Zuletzt bearbeitet am 16.08.2020