Wird der IOTA-Token überhaupt benötigt?

Es gibt Leute die behaupten, dass die eigentliche Innovation der “Tangle„ sei und der IOTA-Token nutzlos ist, ich werde im folgenden ein Paar meiner Gedanken bzw. Verwendungszwecke diesbezüglich auflisten:


Mana 

Ab IOTA 2.0 gibt es für Nodes im IOTA-Netzwerk ein Reputationswert namens Mana (Zugangsmana, Konsensmana), es ist am besten als ein Werkzeug zu betrachten, welches für verschiedene Aufgaben im Netzwerk eingesetzt wird, beispielsweise für die Abwehr von Sybil-Angriffen oder für Tools wie FPC, Autopeering und die Überlastungskontrolle. Man kann sich Mana als ein paralleles Reputations-Token zum IOTA-Token vorstellen, welcher von Adressen in einem proportionalen Verhältnis zu den IOTA-Token gehalten wird. Dies wird als Pending Mana (dt. schwebend) bezeichnet, welches bei Wert-Transaktionen an die ausführende Node verpfändet wird. Wenn eine bestimmte Menge an Iota-Token von einer Adresse zu einer anderen Adresse transferiert wird, wird eine vom Emittenten ausgewählte ausführende Node mit Mana belohnt, wodurch diese Node "Vertrauen" gewinnt. Die Menge an Mana, die dieser Node erhält, ist proportional zu der Menge an Iota-Token, die bei der Transaktion gesendet werden. Mana will den am Netzwerk teilnehmenden Nodes eine Rangfolge/Reputation verleihen, die es ermöglicht, ehrlich arbeitende Nodes mit einer gesicherten Historie von bösartig agierenden Nodes zu unterscheiden und den Nodes ggf. den Vorzug bei der Verarbeitung von Transaktionen zu gewähren. Das Mana-Konzept ähnelt dem PoS, ist aber keins, da man Token nicht sperrt/staked, um daran zu verdienen. 

Hinweis: Um die Aufrechterhaltung des guten Verhaltens zu fördern, werden derzeit noch Zeit basierende Komponenten wie der Mana-Zerfall und die Mana-Aufladung im Testnetz untersucht.  


Wie oben erwähnt, wird Mana an eine Node-ID verpfändet. Technisch gesehen können Node Betreiber Mana auf drei Arten erwerben:

  • Token halten: Node-Betreiber können Token kaufen und das durch diese Token erzeugte Mana an ihre eigene Node verpfänden.
  • Mieten (Mana-as-a-Service): Mana kann gegen Mietzahlungen von anderen Token-Inhabern erworben werden, dies kann mit IOTA-Token oder mit Bargeld (wie bei Amazon Cloud Credits) geschehen.
  • Verarbeitung von Werte-Transaktionen: Ein Node kann Zahlungen im Austausch gegen das in diesen Zahlungen verpfändete Mana verarbeiten.


Anwendungsbeispiel Überlastungs.- und Ratenkontrolle 

Sofern der Posteingang nicht leer ist, verarbeitet jede Node Messages mit einer im Protokoll festgelegten Rate, diese Rate bestimmt den maximalen Durchsatz. Sollte das Netzwerk nahe an seinen Verarbeitungsmöglichkeiten sein, benötigt jemand der viele Transaktionen in kurzer Zeit vornehmen möchte Mana für die ausführende Node, um gegenüber anderen Transaktionen (ggf. Spam) bevorzugt zu werden. Dies lässt sich am besten mit dem erkaufen einer höheren Bandbreite bei einem Internetanbieter vergleichen. Die Schwierigkeit des PoW wird Mana derzeit nicht beeinflussen (kann sich noch ändern), es aktiviert lediglich die Überlastungskontrolle, wenn der Scheduler entscheidet, welche Transaktion verarbeitet werden soll.


Zusammenfassung:

  • Es wird immer noch möglich sein, Transaktionen auch ohne Mana zu versenden - Mana wird nur in Zeiten der derzeit unwahrscheinlichen Überlastung verwendet, um den Systemen, die mehr Mana besitzen, mehr Priorität einzuräumen, um eine minimale garantierte Bandbreite in der Infrastruktur zu garantieren. In Zukunft wird Sharding die Kapazität des Netzwerks erhöhen und Mana wird als Schutz für Überlastung wahrscheinlich nicht mehr benötigt.
  • Wer keine eigene Node und IOTA-Token besitzt, muss ggf. für die Nutzung fremder Nodes bezahlen, falls das Netzwerk ausgelastet ist und viele Transaktionen in kurzer Zeit getätigt werden sollen.
  • Für geschäftliche Anwendungsfälle  wurden Anregungen geschaffen (Transaktionen trotz Überlastung), um eigene Nodes zu betreiben, den Token zu halten und auch zu verwenden.
  • Wer IOTA-Token besitzt, kann ggf. Mana vermieten und eine Art passives Einkommen zu generieren.
  • Möchte eine Unternehmen nichts mit Krypto zu tun haben, kann Mana auch mit Bargeld bei einem Dienstleister gekauft werden.
  • Mana wird für längere Zeit keine Voraussetzung sein, um Transaktionen zu senden, denn derzeit können selbst Systeme mit FPGAs nicht so viele TPS spammen, um  das Netzwerk an den Rand der Verarbeitungsmöglichkeiten zu bringen. In Zukunft wird zudem Sharding die Netzwerkkapazität deutlich erhöhen und das Problem einer theoretisch möglichen Überlastung  lösen.


> Ohne den IOTA-Token funktioniert das ganze System nicht.




Digital Assets

Digital Assets oder auch Colored Coins genannt sind zweckgebundene Token, die Vermögenswerte aus der realen Welt, auf Basis von IOTA (on Top), auf dem Tangle manipulationssicher darstellen können, mit ihnen könnte man beispielsweise etwas einlösen oder Eigentumsverhältnisse regeln. Im Grunde bleiben es "normale" Iota-Token, aber in einem bestimmten Kontext bzw. in einer speziell erstellten App können sie verschiedene Dinge bedeuten und haben ggf. auch einen höheren Wert.

> Ohne den IOTA-Token keine Digital Assets.

Digital Assets können nur auf Wert-Objekte aufsetzen (kleinste Einheit = 1i), da man Message-Objekte nicht besitzen kann. Für eine evtl. Umsetzung bekäme ein bestehender regulärer IOTA-Token (1i) beim Versenden durch den Ersteller eine zusätzliche Kennzeichnung (Transaktions-Hash / Hash-ID) der diesen als Token mit einer besonderen Bedeutung (Vermögenswert) ausweist.




Smart Contracts

IOTA-SC verwenden die Logik der UTXO-Digital Asset. Um einen SC zu erstellen, muss 1 neues Digital Asset erstellt und an die Adresse des SCs gesendet werden, diese Sende-Transaktion wird zur Ursprungstransaktion (Genesis) des SCs, bei diesem Vorgang fallen keine zusätzlichen Gebühren oder ähnliches an. Dieses erstellte Digitale Asset, welches den SC repräsentiert, verbleibt während der Laufzeit des SCs auf der Adresse des SC, ist also Eigentum des SC.

Um eine Anfrage an den SCs zu senden, muss ebenfalls 1 Digital Asset in dieser Anfrage-Transaktion erstellt und an die Adresse des SC gesendet werden, dieser Anfrage-Coin wird immer an den SC gesendet und bleibt im Eigentum des SC (auf seiner Adresse). Dieser nur temporäre Digital Assets wird wieder in der originalen IOTA-Token konvertiert, wenn der Antrag abgearbeitet (abgerechnet, bestätigt) wird und verbleibt im SC. Da die Ursprungs-Transaktion normalerweise auch eine Initialisierungs-Anfrage zur Erstellung eines SCs umfasst, werden mindestens 2 IOTA-Token benötigt, um einen SC zu erstellen.

> Ohne den IOTA-Token bzw. Digital Asset, keine Smart-Contracts.

Gebühren sind notwendig, sie sind ein Anreiz, um Nodes dazu zu veranlassen, den SC-Code auszuführen. Mit dieser Lösung wird nicht das gesamte Netzwerk gezwungen jeden SC-Code auszuführen (wie bei ETH), stattdessen wird nur eine relativ kleine Gruppe von Nodes speziell für die Ausführung eines bestimmten SC ausgewählt und ggf. dementsprechend belohnt.

Wenn es allerdings andere Anreize gibt, den SC-Code zu bearbeiten, ist eine Gebühr nicht erforderlich. Ein bereits ausreichender Anreiz könnte beispielsweise die Registrierung der SC-Zustandsänderungen auf dem Tangle an sich sein. Ein Beispiel dafür wäre das Aggregieren von Oracle-Rohdaten zur Weiterverarbeitung. Ein anderes Beispiel wäre, wenn ein Konsortium von konkurrierenden Akteuren einen ehrlichen Prüfpfad haben wollen, den keiner von ihnen beeinflussen kann. Ihr Anreiz, eine SC durchzuführen, wäre, alle anderen im Auge zu behalten.




Mikrozahlungen

Das Fehlen von Minern macht  IOTA-Transaktionen völlig gebührenfrei, 1 Miota senden = 1 Miota erhalten. Dies ermöglicht echte Mikrozahlungen für die  Machine-to-Machine-Wirtschaft, um damit auch die Bezahlung für Kleinstmengen oder verbrauchsabhängige Bezahlungen sinnvoll umzusetzen.

> Ohne den gebührenfreien IOTA-Token keine Mikrozahlungen.




Buchhaltung

Es gab in Diskussionen immer wieder mal den Vorschlag man könne ja einzelne Mikro-Tx zusammenfassen und dann z. b. monatlich bezahlen, wie bei einem Abo. Würde man dieses als Unternehmen versuchen setzt es voraus das man eine Buchhaltung schaffen müsste die in der Lage ist Mio von Daten-Tx ....

  1. zu bewerten (denn die können alle völlig unterschiedliche Preise haben)
  2. zuzuordnen (Tausende Daten-Tx müssten dem jeweiligen Nutzer zugeordnet werden)
  3. zu berechnen (für jeden Nutzer müsste eine Endabrechnung gefertigt werden und ggf mit deren Daten-Tx verrechnet werden falls man selber Nutzer ist)
  4. zu kontrollieren (das die Zahlungen auch tatsächlich erfolgt sind)

...das hätte zur Folge...

  1. ein immenser Personalkörper
  2. eine hohe Fehleranfälligkeit
  3. ein hoher Bedarf an IT und Büroausstattung für besagtes Personal
  4. somit hohe und nur schwer kalkulierbare Kosten.


Schlussfolgerung: Völlig unnötiger Aufwand an Ressourcen und Personal, den das Protokoll mit Hilfe von IOTA-Smart-Contracts, IOTA-Streams usw quasi gratis mitliefert und vollautomatisiert bewerkstelligt.


Btw.: Alle Unternehmen müssen Werte-Transaktionen dokumentieren und versteuern, somit müssen auch alle Datentransaktionen in Blockchains buchhalterisch erfasst werden. Bei IOTA entfallen also nicht nur die Gebühren für Daten-Transaktionen, sondern auch die dazugehörige Buchhaltung inkl. der Tx-Speicherung (bis zu 10 Jahre) für den größten Teil aller Transaktionen.




Ereigniskette

Nur bei einem System, indem sich Datentransaktionen direkt mit Werte-Transaktionen koppeln lassen, ist die komplette Ereigniskette des Datenhandels korrekt nachvollziehbar, der IOTA-Token spiegelt den (potenziellen) Wert wieder, der durch die Datentransaktion erzeugt wurde. Daher würde es überhaupt keinen Sinn ergeben, wenn ausschließlich die IOTA Datentransaktionen genutzt werden, aber die Bezahlung dieser Daten außerhalb des IOTA Protokolls stattfindet.

Bezahlung im gleichen System sind für alle beteiligten sehr vorteilhaft, wenn sie beispielsweise auf einem digitalen dezentralen Marktplatz vorgenommen werden. Schauen wir uns dazu einmal den derzeitigen Vorgang für eine Bestellung an. Im Regelfall beginnt mit einer Bestellung immer eine Reihe von aufeinander aufbauenden Ereignissen. Diese könnte beispielsweise so aussehen: Bestellung > Prüfung > Bestätigung > Bezahlung > Prüfung Zahlungseingang > Bearbeitung und Versand. Dieser Vorgang kann natürlich individuell auch anders oder teilweise automatisiert gelöst werden, im Grunde ist diese Ereigniskette allerdings immer gleich.

Die IOTA Technologie mit den digitalen Marktplätzen ermöglicht eine gebührenfreie, sichere und vertrauenslose Verkettung von unbekannten Geschäftspartnern, die Technologie bietet eine sehr kostengünstige oder sogar kostenlos Möglichkeit die Ereigniskette einer Bestellung zeitlich korrekt in einem einzigen System zu verketten. Würde man nun einzelne Ereignisse auslagern, wie z.B. die externe Bezahlung ohne IOTA, wäre es ein zusätzlicher Aufwand dieses einzelne Ereignis wieder in die Ereigniskette des Marktplatzes zeitlich korrekt einzupflegen. Das würde zusätzliche Kosten gegenüber der reinen IOTA-Lösung verursachen und die IOTA-Lösung hätte somit Wettbewerbsvorteile.




Länder.- und Unternehmensübergreifendes Tauschmedium

Wenn man Länder.- und Unternehmensübergreifende Prozesse, Handel oder Logistik zwischen Maschinen abbilden will, können diese Transaktionen ad-hoc ohne große Verzögerung und ohne sich auf eine Handelswährung etc. zu einigen, stattfinden. Die einzige Voraussetzung ist, dass Maschinen entweder direkt oder auch über einen Finanzdienstleister ad-hoc Zugang zu einer Börse haben um ad-hoc Konvertierungen zu tätigen. Das könnte z. B. die Hausbank eines Unternehmens sein, die sowieso die Fiat-Konten führt und wenn sich die Bank für diesen autonomen Konvertierungsauftrag eine kleine Marge einstreicht, ist das vollkommen legitim. Eine Maschine könnte jederzeit autonom einen Konvertierungsauftrag bei der Bank stellen und hat dann eben ihre IOTA-Token zur Verfügung, um diese über die Landesgrenze zu schicken. In diesem Fall tritt auch die höhere Volatilität vollkommen in den Hintergrund und eine Maschine müsste dann auch nicht dauerhaft Token in ihrer Wallet vorhalten.

> IOTA stellt bezüglich des Tokens, ein offenes, gebührenfreies, nicht zentralisiertes und ultraschnelles Clearingsystem dar!




BTC

Die BTC-Maxis meinen seit Jahren, man könne doch auch alles mit BTC bezahlen. Dies würde unter anderem alle Nachteile des BTC in den dezentralen Handel holen, wie beispielsweise unkalkulierbare Transaktionskosten, lange Bestätigungszeiten, ungenauer Timestamp und hohe Energiekosten, echte Mikro-Transaktionen wären dann ebenfalls nicht mehr möglich. Der fest im Protokoll integriert IOTA-Token wurde geschaffen, um all diese Mängel zu beseitigen und echte Mikro-Transaktionen zwischen Maschinen zu ermöglichen, es gibt derzeit keine andere Technologie die dies vertrauensvoll anbietet. Zudem ist ein BTC Timestamp mit einer 2 Stunden Genauigkeit für die Maschinen Wirtschaft vollkommen ungeeignet. Beispielsweise könnten die Bezahlung an einer E-Ladesäule mittels IOTA Streams ablaufen. Dazu wird zwischen dem Fahrzeug und der E-Ladesäule ein privater IOTA Streams Kanal eröffnet, um einen Datenstrom aufzubauen, jetzt wird pro Datenpunkt in Mikro-Transaktionen bezahlt und die Bezahlung stoppt, sobald kein Strom mehr empfangen wird, das funktioniert nicht mit einem externen Coin wie BTC.

  

 

 


Zuletzt bearbeitet 30.09.2020